Samstag, 5. März 2011

Schreiben

Schreiben sollte ich. Aber eigentlich nicht hier. Ich schreibe ja viel und oft und gerne, doch immernoch zu wenig und meist gerade am falschen Ort. Wenn ich also jetzt hier endlich wiedermal was verfasse, dann einfach, weil ich woanders sollte.
Erica Pedretti. Sie las gestern aus ihrem neusten Werk, das eigentlich nicht hätte veröffentlicht werden sollen und doch gerade so überraqschend viel Erfolg hat. Es ist ein Auszug aus ihrer Biografie, eigentlich als Beilage zur Erklärung gedacht, aber selbst so spannend - wie ein Kind aus Tschechien in die Schweiz gekommen ist, damals in der Vorkriegszeit, dann nach dem Krieg wieder als Vertriebene - dass es als kleines Büchlein nun einen grossen Absatz findet.
Aha, dachten wir beide, wir müssen also nur einfach unser Erlebtes aufschreiben, wie es war, in einer etwas eigenwilligen Sprache vielleicht ... aber zuerst muss man wohl den Namen haben, und vor allem ein Leben, das aufzuschreiben sich lohnt. Mit 81 dann. Es bleibt noch etwas Zeit. Vorerst habe ich keine.
Über diese Eröffnungslesung also soll ich schreiben. Und heute noch über Pedro Lenz, unsern Lokalmatador, dessen Geschichte in unserm Tagblatt abgedruckt war, von A bis Z, und die ich nicht gelesen habe. Einfach, weil ich Geschichten nicht in täglichen Portionen lesen mag, sondern wennschon, dann in einem Zug durch. Heute liest er am Literaturfestival, danach noch andere ... und ich schreibe darüber.
Es ist jedesmal die gleiche Vorfreude, wenn ich hingehe, der gleiche Genuss (meistens), wenn ich zuhöre und fleissig notiere, braucht die gleiche Überwindung, bis ich das Gesammelte eintippe, der gleiche Stress, meine Worte in 120, 80 oder gar 50 Zeilen zu pressen - und dann die gleiche Befriedigung, wenn ich sie am nächsten Tag in der Zeitung lesen kann.
Eben. Und darum muss ich jetzt schreiben ...

Kommentare:

  1. Liebe Dodo,

    manchmal stressen wir uns auch einfach zu sehr beim Schreiben. Ich sollte, ich muss... aber! Vielleicht könnten wir in solche Situationen einfach einen Schritt versuchen zurück zu gehen und zu sagen: Halt! Ich muss nicht, ich sollte nicht... ich will und ich möchte im Schreiben weiter kommen... Es ist wirklich kompliziert. Ich merke nur, wenn ich mich zusehr unter Druck setze, klappt gar nichts. Wenn ich mich gar nicht erst hinsetze zum Schreiben und sage "nun fang aber mal an", dann kommen aber keine Worte zustande. Ich glaube es ist schwer den richtigen Mittelweg zu finden. Noch habe ich ihn nicht gefunden, aber ich werde weiter gehen, um ihn zu finden.

    Ich wünsche dir, dass du auch die richtige Balance zwischen Disziplin und nicht den Spaß verlieren beim Schreiben findest.

    Alles Liebe

    Laura

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  2. Liebe Laura

    Wie Recht du hast! Inzwischen habe ich - dank meinem kleinen Exkurs hier, den ich nicht "musste" - den ersten Teil des Artikels geschrieben. Er ist flüssiger und leichter geworden, als wenn ich mich direkt an die "Arbeit" gesetzt hätte. Ich werde versuchen, dieses Rezept vermehrt anzuwenden, vielleicht ist es gut. Und euch hier bringt's auch noch einen Nutzen ;-)

    Danke dir für die ermutigenden Worte und ebenfalls viel Spass und Freude beim Schreiben!

    Liebe Grüsse
    Dodo

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  3. Dodo, mach einfach den (denkenden) Kopf ZU und öffne die Finger über der Tastatur - lass es einfach fließen...und wenn Du dazu vorher Infos brauchst, setze sie ein wie Marksteine - (legal) kopiert, und umspiele sie, als wärest Du nichts weiter als eine kleine Welle im großen Schwall eines Bergbaches.

    Und dann lass es liegen und guck später noch einmal mit auf neutral eingeschaltetem Hirn darauf.
    Vielleicht auch 2x.

    Aber nicht zu oft - ist ja auch die Frage, wen es erreichen soll.
    Oder auf wen oder was man Rücksicht nehmen muss / soll / vielleicht eventuell sollte....

    Schreiben - ich hab es nie "professioenell" gelernt - kommt entweder aus Dir selbst heraus oder quält sich um das, was aus irgendwelchen Gründen beschrieben werden muss.

    Für mich bevorzuge ich die erste, spontane Variante (gern mit redaktioneller Überarbeitung) - die zweite muß manchmal sein, aber sie ist, sofern nicht in wissenschaftliche Doktrinen gepresst, auch wieder mit Freiräumen ausgestattet, die das systematische Arbeiten erträglich macht...

    Du machst das schon!
    Verzeih der Lain - auch dieser Kommentar war wieder spontan, sprich der 1.Gattung zugehörig.

    Wie schraibet man eigentlich die weibliche Variante des Laien????

    Bussi
    mo

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  4. die Laie, die Lai, die Laiin ...- oder vielleicht gar das Lailien?
    Mal sehen, was der/die/das Duden meint... oh! Tatsächlich: 1. Lai|in, die; -, -nen: w. Form zu siehe →Laie.
    Also, liebe Laiin, herzlichen Dank für deine Ermutigung :-)

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