Mittwoch, 16. Februar 2011

Ach ja ...

Da war doch mal ein guter Vorsatz... Aber wie es bei mir mit Vorsätzen so oft geschieht, sie versinken irgendwo im Chaos, vesanden in der unendlichen Weite der Zeit und werden von Bergen von "Wichtigerem" begraben.
Heute habe ich mir mal den Luxus geleistet, alle Stränge aufzuschreiben, aus denen mein verwickelter Lebenszopf geflochten ist. Ich bin auf 12 gekommen. Worauf mein Herzallerliebster meinte, den wichtigsten habe ich vergessen. Richtig! Beziehung und Freude! Natürlich ist es nicht so, dass ich die ausgeklammert hätte. Aber nebst all den "aktiven" Dingen, um die ich mich kümmern muss, soll, will, und nachdem ich sogar für die Erholung und Regeneration eine eigene Spalte reserviert habe, damit ich sie nicht vergesse, ist es doch schon etwas peinlich, wenn das Zwischenmenschliche keinen Platz bekommen hat. Zu meiner Entschuldigung könnte ich vielleicht gerade noch rausdrucksen, dass es eben immer der Platz ist, an dem gerade nichts anderes ist, so wie das Wasser, das man in einem Glas zwischen Steinen und Kies auffüllen kann oder die Luft, die sich durch jkede Ritze zwängt und allgegenwärtig ist - aber das ist doch wirklich ein undankbarer Platz. Nein. Ich öffne einen weiteren Raum, den ich wieder bewusst pflegen möchte: den Freundschaftsraum.
Wieder ein frommer Vorsatz? Nein, eher ein mir wieder Bewusstwerden des Wertes von Luft und Wasser, von Liebe und Freundschaft, ohne die das Leben doch wirklich sehr schwierig wird und zu dem man deshalb ganz besonders Sorge tragen muss.
Schön, dass es euch alle hier immer noch gibt und ihr eine so grosse Geduld mit mir habt. Danke!

Kommentare:

  1. (ook nochmal)

    Huhu Dodo,

    manches Mal nimmt einen das Leben ganz schön ein. Ich merke auch immer wieder, dass ich besonders die mir wichtigen Dinge - wie das Schreiben - zur Seite schiebe und anderen Dingen den vorzug gebe.
    Umso mehr freut es mich zu lesen, dass du scheinbar immer mehr Struktur in dein Leben bringst, um alles unter einen Hut zu bekommen. Ich hoffe nur du findest dabei zu dir und entfernst dich nicht von dir. Das habe ich geschafft. Alles machen wollen was von mir erwartet wird. So viel wie geht... und wo blieb ich?
    Es freut mich daher ganz besonders, dass du für dich Zeit einplanst und auch für das Zwischenmenschliche und überhaupt das Glück!

    Aber mach dir keine Gedanken, wenn du hier nicht so viel schreibst. Ich denke jeder von uns versteht, wenn du dich mehr ins Leben, als ins Internet wendest. Am wichtigsten ist doch, dass du glücklich bist!

    Alles Liebe

    Laura

    P.s.: Du hast ein sehr schönes Hintergrundbild!

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  2. Liebe Laura

    vielen Dank für deine geistig-moralische Unterstützung! Nein, ich will nicht alles machen, was von mir erwartet wird - ich erwarte es selbst und möchte alles so machen, wie ich es letztendlich haben möchte. Ich stresse mich also weitgehend selbst, um mir mit dem Erreichten dann eine Freude zu machen. Alles andere wäre für mich ein Dahinvegetieren.
    Natürlich hat das seine Kehrseite. Es ist nämlih gar nicht möglich, dies alles auszuführen, jedenfalls nicht innerhalb nützlicher Frist. Und deshalb schwebe ich ständig zwischen Träumen und Ungeduld hin und her. Aber das ist ein Drama, mit dem ich inzwischen 45 Jahre lebe, also was soll's :-) Ab und zu realisiert sich etwas und dann freue ich mich und fühle mich ausgefüllt und lebendig!

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  3. Liebe Dodo,
    zwölf Stränge im Lebenszopf sind eine ganze Menge. Es ist beinahe unmöglich, diesen allen gerecht zu werden. Vielleicht kannst du ja noch einige Stränge zu einem größeren Strang zusammenflechten ;-)
    Mit den Vorsätzen habe ich schon lange aufgehört. Daraus wird selten etwas. Der Alltag ist dann immer schneller als ich, und ich kann die gefassten Vorsätze wieder einmal nicht einhalten. Ich habe aufgehört, zu viele Ansprüche an mich selbst zu stellen. Denn dann läuft es darauf hinaus, dass man nichts wirklich zu Ende bringt, außer das Berufliche natürlich. So versuche ich, alles nach und nach, dann aber auch richtig zu machen. Nur leider geht es mir immer noch wie Laura: Ich stelle das Schreiben immer noch hinten an. Und das ärgert mich. Aber daran arbeite ich noch :-)

    Ich wünsche dir und Rolf noch einen schönen Sonntag Nachmittag und grüße euch ganz lieb aus dem heute verregneten Italien

    Martina, die heute den ganzen Tag arbeitet ;-)

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  4. Liebe Martina
    das mit dem zusammenflechten - na ja, das mache ich schon. Doch das macht die Sache nicht unbedingt einfacher, denn dann bewegen sich immer mehrere Fäden, wenn man an einem zieht. ;-)

    Heute habe ich aber dreifach am dreizenhten Strang gearbeitet: Rolf und ich besuchten die Ausstellung einer mir bekannten Künstlerin (darüber möchte ich nichts schreiben - wäre seeeeehr schwierig), danach meine Eltern (da gäbe es schon mehr zu schreiben, mach' ich aber nicht) und schliesslich habe ich mir heute endlich mal wieder einen Massagetermin organisiert. Und ja, das Schreiben könnte auch wieder aktuell werden (huch, den Strang habe ich ja ganz vergessen) wenn das Literaturfestival in Thun meine journalistische Mitarbeit erfordert.
    Du siehst, ich knüpfe einfach gerne. Vielleicht sollte ich meinen Zopf zu Makramee umtaufen?

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  5. Hallo Dodo,
    war nun eine Zeit nicht hier und siehe da, Du machst nen Zopf mit verschiedenen Strängen.
    Gute Idee. Gefällt mir.
    Ich glaube, dass wir uns immer wieder neu entscheiden müssen, was und wie wir unser Leben gestalten.
    Heute ist mir x wichtig, morgen ist es y, das gehört einfach zum lebendig sein und ist wichtig.
    So wünsche ich Dir jetzt ein schönes WE.
    Liebe Grüße
    Ika

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  6. Liebe Ika
    nicht zuletzt von dir habe ich ja auch gelernt, dass dieses kleine Netzwerk hier so wichtig sein kann... und darum Strang 13 nicht vergessen werden sollte. Ob ich mit den andern 12 immer einen anständigen Zopf hinbekomme oder einfach nur ein riesengrosses Durcheinander, darüber möchte ich hier nicht diskutieren ;-) Ich finde es ganz angenehm, dass ich durch die Entflechtung erst mal wieder einen gewissen Überblick bekommen habe.
    Dir auch ein schönes Wochenende!
    Herzlich
    Dodo

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