Mittwoch, 5. September 2012

Das letzte Häkchen

Nun ist es also so weit: Ich kann unter meine familiäre Erziehungsarbeit das letzte Häkchen setzen. Das Nesthäkchen sozusagen. Dieses Wochenende ist es ausgezogen.

Wie schnell vergeht eigentlich die Zeit, sagt mal? Gerade erst machte ich mir Gedanken, wie sich das Leben wohl als Mutter anfühlen werde, versuchte, dem kleinen Schreihals baldmöglichst einen zweiten zur Seite zu stellen, wurde vom dritten in Schnellstfolge überrascht, bemühte mich, den drei Goldlockenköpfchen viel Freude und die besten Möglichkeiten zu bieten, ergötzte mich an ihren Spielen, putzte, was schmutzig war, hob auf, was herumlag und tröstete, was weinte, trennte mich stundenweise, tageweise, wochenweise vom einen oder andern, vermittelte, diskutierte, versuchte konsequent zu sein, zweifelte, fasste mich wieder, hielt stand, unterstützte, trieb an, bremste, war da, wurde gebraucht zum Zuhören, zum Handyrechnung zahlen, zum Taxidienst leisten, warnte, tröstete, lachte und weinte, sang mit meinen Dreien, Zweien, Einen ... weg.

Was bleibt sind Telefon, Facebook und ab und zu ein Besuch der jungen Damen, über die ich immer wieder staune. Sind das meine Töchter? Habe ich die gemacht, hervorgebracht, mich verdreifacht in so ähnlicher und wiederum dreimal total verschiedener Ausführung? Das Ganze ist einfach unglaublich! Und irgendwie ist es ein gutes Gefühl, dieses letzte Häkchen setzen zu können. Dreimal geschafft. Dreimal gut geraten. Dreimal unglaubliches Glück gehabt! Mädels, ich bin stolz auf euch! Danke, dass ich eure Mutter sein durfte und auf immer sein darf!


Und danke meiner Mutter für ihr Vorbild - auch wenn ich es nicht immer befolgt habe ;-) Es war genau richtig!


Auf geht's in die nächste Runde. Ihr seid dran! My job is done :-) Auf den nächsten kann ich aber gerne noch ein wenig warten...

Kommentare:

  1. Selten war ich in fremden Worten so sehr zu Hause wie in diesen.
    Macht warm ... und irgendwie sehnsüchtig. Macht stolz ... und irgendwie würde ich grad JETZT meine beiden Jungs gerne anrufen.
    Das tue ich jetzt auch.
    Jetzt.

    Danke und Härzgrüesslis
    Fränzi

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    1. So schön, liebs Fränzi, dass ich dich so berührt und zum Telefonieren inspiriert habe. Haben sich deine Jungs gefreut? Geht's ihnen gut? Irgendwie ist es dann doch etwas speziell, finde ich, wenn die Jungen so unabhängig sind, dass man ihnen schon fast nachsteigen muss, um überhaupt noch zu wissen, wie's ihenen geht.... aber ehm... ich muss mich ja auch immer wieder daran erinnern, dass ich eine Mutter habe, die gerne von mir wissen möchte, wie und was und wo und warum... und so lasse ich halt meine drei ihr Leben leben.
      Was du liebst, lass los! Was zurückkommt, bleibt dir für immer ;-)
      Grüessli mit Härz und drum und drann
      Dodo

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  2. Liebe Dodo,
    ich verstehe ja so gut, was so alles in dir vorgeht. Es ist nicht so leicht, die Kinder loszulassen. Denn man ist ja daran gewöhnt, sie jeden Tag um sich zu haben. Erst so nach und nach begreift man, dass es da auch viele schöne Seiten gibt. Seit meine Tochter vor sieben Jahren ausgezogen ist, verstehen wir uns viel besser. Es gab zwischen uns damals oft Reibereien. Sie war einfach so weit, dass mütterliche Nest zu verlassen.
    Als vor zwei Jahren dann auch noch mein Sohn auszog, war das schon komisch. Das große Haus wurde richtig leer. Doch schnell hatten wir uns an unsere Zweisamkeit gewöhnt. Wir mussten uns nach niemandem mehr richten und konnten tun und lassen was uns gefiel. Im letzten Jahr kam mein Sohn dann wieder nach Hause zurück. Er musste ins Gästezimmer ziehen, denn sein altes Zimmer hatten wir neu gestrichen und für uns als Studio eingerichtet. Am Anfang war es für beide Seiten nicht leicht, denn er hatte sich inzwischen einen großen Hund angeschafft. Und selbst haben wir ja auch schon einen Hund und eine Katze. Aber dann hat sich alles so nach und nach wieder eingependelt. Ich glaube, jetzt will er gar nicht mehr ausziehen *lach*.

    Herzliche Grüße an dich und Rolf. Genießt jetzt die neue Zweisamkeit, so lange sie dauert ;-)

    Martina

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  3. Liebe Martina

    dass das eine oder andere plötzlich wieder dastehen könnte, sit mir schon bewusst - das ging mir ja selber auch mal so. Und unsere neue Zweisamkeit :-D die geniessen wir bestimmt!

    Herzlichen Dank und liebe Grüsse
    Dodo

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  4. So ein Qurk. Nicht "qurakende Ente". :D
    Also so ein Quark. her mit den kleinen "quarkenden" kiwiablegern. :D :D
    Schlagbaum ist relativ schnell montiert. HAbe dann ja dafür ca. 9 Monate Zeit. Zaun ist auch schon auf vernünftige Höhe erstellt. Stacheldraht denkeich, braucht es in dieer Entwicklungsphase noch keinen. Und Timmy kann vielleicht bis dahin nicht nur Stöckchen "aportieren". :D :D :D :D
    Das Kuchenbacken werde ich bis dahin auch wieder beherrschen. ;-) Die Süssigkeitsvorräte werden aufgefrischt und aktualisiert. WI-Spile hane wir noch genug, Bravoabbo und "bunnyzeitungen" dann aboniert. Habe ich was vergessen...? ;-)

    So. Und wenn die kleinen, süssen, Windelbefüller dann so richtig schmutzig, satt und "verwöhnt" sind, bzw. wurden, düerfen die "Eigentümer" sie am Abend wieder abholen und alles wieder ausbügeln. :D :D :D :D

    Ich freue mich darauf. :D

    Die Kurzfassung meines obigen Traumwunschprogrammes lautet hingegen so:"..Dodo. Du hast hier wirklich sehr gute und richtige Arbeit geleistet. Du kannst mit Recht auf deine drei "Ebendbilder" stolz sein. jedes von ihnen, präsentiert eine Wesensseite von dir..." :D und das ist jetzt werder Quark, noch gequarke. ;-) :D :D :D


    Ganz lieb rolf

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  5. Liebe Dodo,
    Ich fühle mich bei diesen Worten sehr an meine Mutter erinnert. Sie sagt auch immer wieder ähnliches über meine Schwester und mich, auch wenn ich es selbst noch nicht ganz nachvollziehen kann ;) Aber da möchte ich dich zitieren: "Auf den nächsten kann ich aber gerne noch ein wenig warten... " - Ich nämlich auch ;)
    Aber noch sind wir uns nicht sicher, ob wir überhaupt Kinder wollen. Erstmal nun in Ruhe wirklich ins Berufsleben einfinden :)
    Alles Liebe dir
    Laura

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  6. Liebe Laura

    unsere Nachbarin hat auch drei Töchter und die scheinen alle zusammen keine Kinder zu wollen... Das ist so eine Sache mit dem Warten. Natürlich habe ich durch meine drei Kids meine berufliche Karriere tüchtig auf später verschoben und bin dann im Doppelstress sehr oft auch an meine Grenzen gestossen Aber heute bin ich froh, dass ich die drei habe und auch dass ich jetzt noch jung genug bin um mein eigenes Leben zu leben - noch so ein Nesthäkchen zu haben wie meine Mutter mich, das konnte ich zum Glück verhindern. Denn ich bin wirklich auch froh, dass alle gut geraten und gesund geblieben sind und ihre eigenen Wege gehen! Man weiss erst, auf was man sich eingelassen hat, wenn man mittendrin steckt. Und erst im Nachhinein war es eine gute Entscheidung. Aber ist das nicht bei Vielem so?

    Liebe Grüsse
    Dodo

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